Ich heiße Esi Eno, diesen Namen hat mir meine zweibeinige Familie gegeben, was so viel heißen soll wie "am Sonntag geboren". Ich bin ein Sonntagskind und "das Geschenk", weil sie mich schon so sehnsüchtig erwartet haben.
Ein Tag in meinem Leben:
Tagsüber bin ich meistens schwer beschäftigt. Ich schlafe gerne lange, am liebsten bis 10 Uhr, dazu komme ich aber nur zum Wochenende. Mein Zweibeiner nennt mich dann manchmal Garfield. Ich weiß aber nicht, wer oder was das ist.
Mit einigen Streicheleinheiten lasse ich mich dann zum Aufstehen überreden. Nun, zwischen acht und neun verlassen wir dann mein zu Hause, um entweder in den gut duftenden Wald oder auf die Felder zu laufen. Manches Mal treffen wir auch meine Freunde - wo es dann ganz schön rund geht - bin nämlich die Schnellste beim Laufen.
Nach dem Morgensport brauch ich dann immer ganz dringend mein Futter. Mein Zweibeiner zaubert mir dann etwas Leckeres in meinen Napf - aber einwandfrei immer zu wenig.
Um elf geht´s ins Cafe, wo mein Frauerl leider arbeiten muss, damit sie Geld für mein Futter verdienen kann, was ich überhaupt nicht verstehe. Warum muss man fürs Futter arbeiten? Aber ich kann wenigstens meinen Schönheitsschlaf fortsetzen.
Am Nachmittag geht s erst so richtig los, da treffe ich meine beste Freundin Kira , mit der kann ich dann so richtig Gas geben. Sie ist zwar kleiner als ich, hat aber richtig Pfeffer unter den Pfoten.
Wenn ich vom Herumtollen müde bin, geht`s nach Hause. Höchste Zeit, denn mein Hunger ist immer grenzenlos. Ratzeputz fresse ich meine Schüssel leer, muss auch manches Mal zwei- oder dreimal nachsehen, ob da nichts mehr drinnen ist.
Nach so einem anstrengenden Tag will ich nur mehr eines: ins Körbchen, wo ich dann in Rückenlage, alle Viere von mir gestreckt, in süße Träume verfalle: "Leckerlis - schnell wie der Wind laufen - mit Kira raufen - wieder Leckerlis ... "
Meine Zweibeiner sind schwer in Ordnung. Ich liebe sie mit meinem ganzen Löwenherzen, und ich zeige es ihnen Tag für Tag aufs Neue.
Ich wünschte, dass es allen Hunden so gut gehe, wie mir.
Besondere möchte ich meine Geschwister und meine ersten Zweibeiner grüßen. War auch eine verdammt gut Zeit !!
Da gibt es ein tolles "Hundewelt Gedicht" von Max Kruse, der muss, glaub ich, selbst einmal ein Hund gewesen sein:
Die ganze Welt riecht lasterhaft nach Hunden, Katzen, Schnecken,
nach Käse, Wurst und Leidenschaft
an Sträuchern, Steinen , Ecken.
Die ganze Welt ist ein Roman der aufgewühlten Seelen,
ich hebe auch das Hinterbein, um meinen zu erzählen.
Die ganze Welt ist ein Gedicht der schnupperndsten Ekstase,
an jedem Baum steht ein Gedicht, das les ich mit der Nase.
Eure