working dogs

Eignet sich der Rhodesian Ridgeback als Rettungshund ? - oder -  “Yes we can” !

 

Ich heiße Andrea, bin 40 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Von Beruf bin ich Altenpflegerin. Seit Februar 2005 Hundeführerin bei der Österreichischen Rettungshundebrigade.

 

Meine RR-Hündin Djuma ist am 4. Juli 2004 im Zwinger „of Sambesi Waters“ in Ausnang bei Leutkirchen (D) geboren. Sie ist mein erster eigener Hund, zuvor hatte ich zwei Pflegehunde. Als dieses kleine Etwas bei uns einzog, war nichts mehr wie vorher... Es war an der Zeit sich für eine sinnvolle Beschäftigung umzusehen. Da mein Mann und ich gerne in der freien Natur unterwegs sind, kam ich auf die Idee, mir die Arbeit in einer Rettungshundestaffel anzusehen. Es blieb nicht nur beim Ansehen - wir sind im Februar 2005 der Österr. Rettungshundebrigade beigetreten. www.oerhb-bodensee.at

 

Der Weg bis hin zur ersten Prüfung war sehr steinig. Die damaligen Trainer hatten keine Ahnung von dieser Rasse und ihre Ausbildungsmethode gefiel mir ganz und gar nicht. So hab ich mich selbst auf die Suche nach dem richtigen Weg gemacht. Ich habe meinen Hund sehr gut beobachtet und versucht, ihn zu „lesen“ lernen. Mein Mann hat mich unterstützt wo er konnte und er war es auch, der immer an unseren Hund geglaubt hat. Im Internet hab ich nach Leuten gesucht die mit dem RR arbeiteten und mit ihnen meine Erfahrungen ausgetauscht.

So bin ich auf Ulli Schnitzer www.memoryoftheoldredhunter.com gestoßen, der mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Ihm habe ich viel zu verdanken.

 

Immer wieder hörte ich Leute sagen: „Was ein RR als Rettungshund? Hättest du dir nicht einen einfacheren Hund aussuchen können? Die sind stur, können nicht „bei Fuß“ gehen", usw. „Doch jetzt erst recht“ dachte ich mir! Mein Mann machte mir immer wieder Mut. „Du hast einen tollen Hund – vertraue ihr. Ihr müsst euch in keiner Weise verstecken“.

 

Anfang November 2006 war es soweit und ich trat mit meiner Djuma zur ersten Flächenprüfung A an. Die Temperaturen waren nicht gerade auf unserer Seite, das Thermometer zeigte gerade einmal Minus 1 Grad. Auch hier machte mir mein Mann wieder Mut und meinte, die Unterordnung wäre ohnehin erst am Nachmittag, bis dahin sei es wärmer...

Die Flächensuche war kein Problem, da war sie in Bewegung. Mir machte vor allem das „Abliegen“ in der Unterordnung Kopfzerbrechen.

Doch Djuma zeigte sich von ihrer Besten Seite – sie ließ mich nicht im Stich!

Wir hatten unsere erste Einsatzprüfung Fläche A mit „Gut“ bestanden. Djuma ist somit der erste geprüfte Rhodesian Ridgeback in der ÖRHB.

Mittlerweile haben wir die Fläche A 2x, die Fläche B 2x, sowie die Trümmerprüfung A erfolgreich bestanden.

Die Prüfungen bestehen aus drei Spaten:

Unterordnung (BGH 3)

Gewandtheit

Suche nach vermissten Personen auf Zeit

Die Prüfungsordnung ist unter www.iro-dogs.org nachzulesen.

In der ÖRHB muss die Prüfung jedes Jahr wiederholt werden um in Einsatz gehen zu können. Nun sind wir schon 4 Jahre ein Team und Djuma geht immer noch mit Freude und motiviert an die Arbeit.

Einige Einsätze konnten wir in der Zwischenzeit gemeinsam meistern – ich bin sehr stolz auf meine kleine Maus!

Der RR eignet sich gut für die Rettungshundearbeit, wenn man sich auf seine Eigenheiten einlässt.

Das Wichtigste ist, dass man auf den Hund eingeht, ihm vertraut und nicht mit anderen Hunden vergleicht. Auch muss sich der Hund total auf seinen Führer verlassen können.

Man kann einen RR nicht auf üblicher Weise ausbilden und muss sich viel Neues einfallen lassen, das ist das Schwierige daran. Meine Hündin ist sehr verspielt und liebt den Ball und die Beißwurst. Am Opfer wird sie nur mit diesen beiden Dingen bestätigt, denn das ist das Größte für sie.

„Am Opfer bestätigen“ heißt, wenn der Hund die vermisste Person gefunden hat, zeigt er das durch anhaltendes Bellen an, bis der Hundeführer beim Hund ist. Dort wird der Hund durch den Helfer (Opfer) mit dem Ball (Spiel) bestätigt.

 

In der Unterordnung arbeite ich mit Clicker und Wurststücken. Wenn sie die Arbeit gut gemacht hat, kommt ein Click und es folgt die Belohnung (Wurst). Macht sie etwas nicht, oder nicht so, wie ich es haben möchte, kommt keine Korrektur, aber auch keine Bestätigung.Somit lernt der Hund durch positive Verstärkung.

Ihr solltet sie einmal in der Unterordnung sehen, wie eng sie am Fuß gehen kann, ihre schnellen und exakten Kehrtwendungen, einfach toll...

 

Mit diesem Bericht möchte ich Alle ermutigen, die mit ihrem RR arbeiten möchten.

Vertraut auf euren Hund, unterstützt ihn, gebt ihm die Zeit die er braucht und ihr werdet viel von ihm zurückbekommen. Der RR ist intelligent und kann alles lernen, was auch ein anderer Hund lernen kann, ihr müsst nur an ihn glauben und geduldig sein.

Viel Erfolg beim Arbeiten mit diesen tollen Hunden

Andrea Lux


Mantrailing

Was ist Mantrailing?

Mantrailing heißt übersetzt soviel wie „Menschen aufspüren“. Die Nase ist der am besten entwickelte Sinn des Hundes. Dies macht sich der Mensch zu nutze, um vermisste Personen zu finden.

Im Gegensatz zur konventionellen Fährtenarbeit, wobei sich der Hund nach Bodenverletzungen orientiert, wird beim Mantrailing der Individualgeruch der zu suchenden Person eingesetzt.

 

Was ist der Individualgeruch?

Jeder Mensch verliert permanent abgestorbene Hautzellen, die sich durch Bewegung dort verteilen, wo wir uns gerade aufhalten.

Diese setzen mit Hilfe von Feuchtigkeit und Bakterien bei der Zersetzung Gasmoleküle in die Umgebungsluft frei, die der Hund wahrnehmen kann.

Der Individualgeruch jedes Menschen ist ebenso einzigartig wie der Fingerabdruck.

 

Wie setzt sich der Individualgeruch zusammen?

Spezifischer Geruch des Lebensumfeldes

  • Benutzte Hygieneartikel
  • Schweißabsonderung
  • Konsum spezieller Nahrungsmittel
  • Medikamente

Aber auch

  • Stress/Angst
  • Sportliche Aktivitäten
  • Krankheiten

können den Geruch geringfügig verändern.

Geruchsartikel

Die Geruchsartikel können sehr vielseitig sein.

  • Vor Tagen getragenes T-Shirt
  • Benutzte Haarbürste
  • Feuerzeug der zu suchenden Person usw.

Der geeignete Gegenstand wird in eine Plastiktüte verpackt und verschlossen, um diesen Geruch vor einer Kontamination mit anderen Gerüchen zu schützen.

So kann er über einen längeren Zeitraum verwahrt und an jeden Ort mitgenommen werden.

 

Welcher Hund eignet sich für diese Arbeit?

Jagdhunde, die gerne im Alltag mit der Nase arbeiten, sind besonders gut zum Mantrailing geeignet.

Was auch für den Rhodesian Ridgeback spricht ist seine Selbstständigkeit.

Brackenartige oder Laufhunde fordern nicht so die Ansprache und Führung durch den Hundeführer wie z.B. Gebrauchs- und Hütehunde.

Nasenarbeit kostet viel Kraft und Energie, daher muss der Hund absolut gesund sein.

 

Sinnvolles Einsatzmittel oder Freizeitbeschäftigung?

Im Bereich des Rettungswesens werden immer mehr Mantrailer ausgebildet.

Die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielseitig.

  • Alzheimer Patienten
  • Vermisste od. suizidal gefährdete Personen
  • Kinder u. Jugendliche
  • Tätersuche nach begangenen Straftaten (Einbruch, Vergewaltigung, Mord usw.)  

Wer das Mantrailing als artgerechte Freizeitbeschäftigung für seinen Hund betreiben möchte, findet in dieser Arbeit viele Möglichkeiten, den Hund körperlich als auch geistig zu fordern. Aber auch für den reinen Beschäftigungsbereich ist es notwendig, sich die Grundgedanken des Mantrailings zu vergegenwärtigen.

 

Das Ausbildungsteam

Westfälisches Laekenteam  Kriminalkommissar Andreas Vogel und Silvia Pagenkemper  

Winkelhorster Str. 14a                      59329 Wadersloh

www.westlaekenteam.de

 

Bücher

 

 

 

Man-Trailing

Mantrailing für den Realeinsatz

Christiane Liebek

Andrea Freiin von Buddenbrock

Kadmos Verlag

Kynos Verlag